19. August 2019

Eine DICOM SONO-Anbindung spart Zeit und Kosten


Eine DICOM SONO-Anbindung im Ultraschall spart Zeit und Kosten 
oder: mehr als 10 Gründe, warum ein Ultraschallgerät über DICOM angebunden werden sollte, und ein genaueres Nachrechnen tatsächlich Sinn macht.

Immer mehr Ultraschallgeräte, die heute angeschafft werden, verfügen über eine integrierte DICOM-Schnittstelle. Da wir als Archivhersteller oft danach gefragt werden, haben wir hier für Sie die wichtigsten Vorteile einer DICOM-Anbindung übersichtlich und ausführlich zusammengestellt. Die vorgestellten Punkte sind prinzipiell unabhängig vom eingesetzten Archivsystem, orientieren sich aber natürlich an den Features unserer mediDOK Softwarelösungen.

Höhere Kosten?
Viele Kunden sagen, eine DICOM-Schnittstelle ist oftmals mit höheren Lizenzkosten verbunden. Dies ist grundsätzlich In Bezug auf die Lizenzkosten richtig. Es zeigt sich aber schnell, dass dadurch nicht nur Zeit (und somit Kosten) gespart werden können. Es entfallen definitiv auch Investitions-Kosten für andere Komponenten. 


Hier die Vorteile einer Ultraschall-Anbindung über die DICOM-Schnittstelle in der Übersicht

  • Die manuelle Eingabe der Patientendaten am Gerät entfällt

    Es ist aus verschiedenen Gründen unerlässlich, dass im gespeicherten Ultraschallbild die Patientendaten, der Name der Praxis bzw. des Untersuchers und der Untersuchungszeitpunkt (Datum) zu sehen sind. Wenn keine DICOM-Worklist vorhanden ist, müssen die Patientendaten von Hand am Ultraschallgerät eingetippt werden. Dies ist – je nach Hersteller und Modell – mehr oder weniger umständlich und kostet auf jeden Fall Zeit.

    Diese Vorteile bringt die DICOM-Schnittstelle:

    • Die Patientendaten werden auf digitalem Weg direkt an das Gerät geschickt. Dies erfolgt in der Regel „auf einen Klick“ direkt aus dem Praxisverwaltungssystem heraus. So ist sichergestellt, dass alle relevanten Patientendaten korrekt am Ultraschallsystem vorhanden sind.
    • Zusätzlich können auch Zusatzinformationen wie Größe und Gewicht und ein Untersuchungsauftrag (z.B. „Doppler Carotis“) an das Gerät übergeben werden. Am Gerät werden die Patienten in der Regel in einer Liste angezeigt (Arbeitsliste / Worklist) und per Klick ausgewählt.
    • Patientendaten können von jedem Arbeitsplatz aus an das Gerät übergeben werden. Es spielt keine Rolle, ob die Daten von der Helferin an der Anmeldung oder aus einem Arztzimmer heraus an das Gerät übermittelt werden sollen. Alles ist möglich.
  • Automatische Speicherung & Integration in Praxis-EDV (GDT)

    Bei der klassischen Anbindung über eine Grabberkarte muss die Aufnahme des Bildes „ausgelöst“ werden, z.B. über einen Fußschalter. Das so entstandene Bild oder die Bildserie werden dann zu einem Patienten gespeichert. Dieser Patient muss i.d.R. entweder vorab im Archivsystem geöffnet oder ausgewählt werden – dies erfolgt normalerweise per Aufruf aus dem Praxisverwaltungssystem – oder spätestens bei der Ablage der Bilder im Archiv. In jedem Fall nimmt die Zuordnung einige Zeit in Anspruch und erfordert nach Abschluss der Untersuchung einige Arbeitsschritte am PC, auf dem die Bilder aufgenommen wurden.

    Diese Vorteile bringt die DICOM-Schnittstelle:

    • Die Bilder werden automatisch ins Archiv übergeben. Durch die Verwendung des DICOM Standards enthalten die Bilder alle wichtigen Daten des Patienten. So kann der Patient sicher identifiziert und die Bilder entsprechend automatisch zugeordnet werden. Es ist keine manuelle Zuordnung zum Patienten oder Verschlagwortung notwendig.
    • Eine Folge der automatischen Speicherung im Archiv ist ein automatischer Rückeintrag bzw. Verweis im Praxisverwaltungssystem über eine GDT-Schnittstelle (oder ähnlich). Über diesen Verweis kann die Untersuchung an jedem Arbeitsplatz aufgerufen und betrachtet werden.
    • Der Rückeintrag wird natürlich auch bei der klassischen Speicherung über die Grabberkarte erzeugt – entscheidend ist hier aber, dass der Anwender kurz nach Abschluss der Untersuchung am Ultraschallgerät den Rückeintrag im Praxisverwaltungssystem erhält. Es muss nicht erst am Arbeitsplatz-PC eine Zuordnung durchgeführt werden.
  • Optimale Bildqualität, Nachbearbeitung und Befundtauglichkeit

    Bei der klassischen Anbindung über die Grabberkarte wird das Video- oder Monitorsignal über ein Kabel vom Ultraschallgerät an den PC übertragen. Am PC wird das Signal mit Hilfe der Grabberkarte digitalisiert. Hier gibt es zahlreiche Faktoren, die die Bildqualität beeinflussen können:

    • Länge des Übertragungswegs
    • Störfaktoren und Einstreuungen
    • Qualität der Grabberkarte
    • Qualität der Kabel
    • Verwendete Einstellung in der Archivsoftware für die Bildaufnahme (Auflösung, Helligkeit, Kontrast etc.).

    In jedem Fall wird das Signal erst am PC digitalisiert. Insbesondere auch die Aufzeichnung von Bewegtbildern erfordert einiges mehr an Rechenleistung sowie eine zuverlässige Start- und Stopp-Funktion bei der Aufzeichnung.

    Diese Vorteile bringt die DICOM-Schnittstelle:

    • Durch die Verwendung des DICOM Standards werden die Bilder digital an die Archivsoftware übersandt. Die Bilder werden nicht erst am PC digitalisiert, sondern der PC empfängt das fertige Bild. Die Qualität der Bilder ist also nicht mehr vom Übertragungsweg, den PC-Einstellungen oder der Konfiguration der Archivsoftware abhängig. Auch „verwackelte“ oder streifige Bilder, die zwangsläufig durch die Videotechnik entstehen können, gehören der Vergangenheit an. Das Bild wird in der optimalen Qualität übermittelt, die vom Ultraschallsystem vorgegeben bzw. dort eingestellt ist.
    • Insbesondere Bewegtbilder (Loops, Filme), die oftmals im Bereich der Gynäkologie und Kardiologie notwendig sind, profitieren von der digitalen Übermittlung der „fertigen“ Filme.
    • Insbesondere DICOM-Bilder können – je nach Funktionsumfang der Archivsoftware – nachträglich vermessen werden. So können Sie nachträglich nicht nur Distanzen sondern auch Geschwindigkeiten nachmessen.
    • Bilder können nachträglich zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken betrachtet bzw. befundet werden. Dies ist z.B. beim Vergleich mit Voruntersuchungen der Fall. Allerdings ist es erforderlich, dass das Archivsystem (bzw. das Anzeigeprogramm) als Medizinprodukt zertifiziert ist und von der Zweckbestimmung her dafür ausgelegt ist.
  • Wegfall der Videoanbindung über Grabberkarte

    Durch die Anbindung über eine Grabberkarte ergeben sich typische Anforderungen an die Technik und Ausstattung des Raumes sowie an die Arbeitsprozesse insgesamt innerhalb der Praxis. Wenn das Gerät über eine DICOM-Schnittstelle angebunden wird, fallen viele dieser Punkte weg.

    Diese Vorteile bringt die DICOM-Schnittstelle:

    • Keine Kabel-Verbindung zwischen Ultraschallgerät und PC: Dies betrifft nicht nur das Videokabel, sondern auch das Kabel für einen Fußschalter, der eventuell am Ultraschallgerät liegt und mit dem PC verbunden ist. Das Ultraschallgerät ist nur noch mit dem Stromnetz sowie die dem Netzwerk der Praxis (LAN, WLAN) verbunden.
    • Kein Trennverstärker notwendig: Durch den Wegfall der Kabelverbindung zum PC ist es nicht mehr notwendig, diese Verbindung galvanisch zu trennen.
    • Kein separater Fußschalter notwendig: Der Fußschalter, der mit dem PC verbunden ist, fällt weg. Die Bilder werden am Ultraschallgerät gespeichert und von dort aus –  entweder per Knopfdruck oder automatisch am Ende der Untersuchung – an das Archiv geschickt.
    • Kein PC im Untersuchungszimmer notwendig, auf dem der Videoimport gestartet wird: Da die Daten über das Netzwerkkabel ins Archiv geschickt werden, muss kein PC mehr für die Aufnahme der Bilder vorhanden sein. Inwieweit ein PC für die Arbeit mit dem Praxisverwaltungssystem oder zum Aufruf der gespeicherten Bilder benötigt wird, muss jeder Kunde selbst entscheiden – für die reine Aufnahme und Speicherung wird er nicht mehr benötigt.
    • Der PC im Untersuchungszimmer kann während der Untersuchung für andere Tätigkeiten genutzt werden. Da die Archivsoftware den Rechner während der Untersuchung nicht mehr „belegt“, kann ein vorhandener PC anders genutzt werden, z.B. für direkte Eingaben in das Patientenverwaltungssystem.
    • Während des Video-Imports ist in keine Softwarelizenz des Archivsystems belegt. Unabhängig davon, ob das Archivsystem eine Lizenz pro Rechner (fest) benötigt oder eine Lizenz, wenn es aufgerufen wird (Floating / concurrent) – für die Aufnahme der Bilder wird das Archivsystem nicht benötigt!
    • Das Ultraschallgerät ist nur noch mit dem Praxisnetzwerk (LAN) verbunden und kann somit auch problemlos zwischen Untersuchungsräumen bewegt werden. Es muss dann nur wieder mit dem Netzwerk verbunden werden. Im zweiten Untersuchungsraum muss kein weiterer PC mit Grabberkarte etc. vorhanden sein.
  • Digitale Übermittlung der Messwerte

    Bei bestimmten Untersuchungen, z.B. in der Kardiologie, werden Messungen am Ultraschallgerät durchgeführt. Zahlreiche Ultraschallgeräte unterstützen sogenannte DICOM Structured Reports.

    Diese Vorteile bringt die DICOM-Schnittstelle:

    • Über die DICOM Schnittstelle können diese Messwerte als sog. Structured Reports übertragen werden. Im Archivsystem werden dann die Werte angezeigt.
    • In Abhängigkeit von der Integration in das PVS können die Messwerte in die Karteikarte des Patienten übermittelt uns so beispielsweise in die Briefschreibung übernommen werden.

Unser Fazit: 
Die DICOM-Anbindung spart Zeit und Kosten

Da Kabel, Grabberkarte, Trennverstärker und Fußschalter nicht mehr benötigt werden – und teilweise ein PC im Untersuchungszimmer gar nicht mehr notwendig ist – ergibt sich hier ein größeres Einsparpotenzial bei den Investitionskosten für Hardware und Zubehör. Zusätzlich entfällt die Zeit, die das Praxispersonal für die Eingabe der Patientendaten am Gerät benötigt. Und es entfällt die Zeit, die für die nachträgliche Zuordnung der Bilder zum Patienten aufgebracht werden muss.Zuletzt stellt die optimale Bildqualität sicher, dass im Rahmen einer Prüfung durch die ärztliche Stelle mit keiner Beanstandung (aus technischer Sicht im Hinblick auf Bildqualität) zu rechnen ist.